{"id":80,"date":"2015-03-21T19:41:44","date_gmt":"2015-03-21T18:41:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.bachmayer.ch\/content\/?page_id=80"},"modified":"2015-03-22T19:24:44","modified_gmt":"2015-03-22T18:24:44","slug":"pressestimmen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.bachmayer.ch\/content\/pressestimmen\/","title":{"rendered":"Pressestimmen"},"content":{"rendered":"<div id=\"pl-80\"><div class=\"panel-grid\" id=\"pg-80-0\" ><div class=\"panel-grid-cell\" id=\"pgc-80-0-0\" ><div class=\"so-panel widget widget_text panel-first-child\" id=\"panel-80-0-0-0\" data-index=\"0\"><h3 class=\"widget-title\">1973: Ich sehe 167 mal mich selbst<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>Die Bilder von Aldo Bachmayer sind naiv und magisch. Nicht Collagen - dieses Wort sagt wenig aus und t\u00e4uscht -sondern Schatzkammern. Ich will dies nicht erl\u00e4utern, man schaue sich die Werke aus Distanz und aus der N\u00e4he an.<\/p>\n<p>Ein nicht-naiver K\u00fcnstler ist keiner. Kunst dr\u00fcckt jene Gesetzm\u00e4ssigkeiten des Lebens, der Wirklichkeit aus, die nicht mathematisch und nicht wissenschaftlich - noch nicht fassbar sind. Deshalb hat ein Kunstwerk magische Kraft und Wirkung, weil es mehr aussagt als einer wissen kann und f\u00fcr den zweckgerichteten Alltag zu wissen braucht. Ich notiere Gedanken, die die Bilder von Aldo Bachmayer in mir produzieren. Jedes Kind kann zaubern, .wie bekannt, und jeder Mensch weiss mehr als er im Alltag behaupten darf. Aldo Bachmayer: feuchte Augen, feuchte Hand, soviel Haar im Gesicht, dass man an Haut nur die Nase sieht; die Augen wie Fenster; der Blick bewegt sich kaum. Er ist diplomierter Architekt der ETH. Er soll farbblind sein: die gr\u00fcne Wiese sieht er rot, die rote Fahne manchmal gr\u00fcn.<\/p>\n<p>Aldo reicht mir eine Zigarillo-Schachtel, darauf steht: \"Zum Kaufen: Fr. 2.-, f\u00fcnfzig Rappen f\u00fcr's Schauen.\" Ich mach die Schachtel auf - und sehe in den Splittern einer Weihnachtskugel hundartsiebenundsechzig Mal mich selbst. <\/p>\n<p>Walter Marti<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-1\" data-index=\"1\"><h3 class=\"widget-title\">1974: Gefundenes, Erfundenes<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>Die bevorzugteTechnik des 1947 in Samedan geborenen Architekten und Malers ist die Collage, die In den letzten beiden Jahrzehnten eine Renaissance erfahren hat. Man denke an die Bilder von Rotella, Hains, Rauschenberg, Hamilton und Wesselmann.<\/p>\n<p>Doch zeichnete sich neben der qualitativen Weiterentwicklung der Dada-Erfindung auch noch eine quantitative Eskalatjon ab: einem zerrissenen Weltbild gibt man mit Schere und Kleister am leichtesten Ausdruck, und ausserdem kommt, die Collage jenen entgegen, bei denen der Gestaltungswille gr\u00f6sser ist als die reproduktive F\u00e4higkeit.<\/p>\n<p>Aldo Bachmayer bekennt; \u00abdass er nicht Zeichnen\u00bb k\u00f6nne. Daher \u00fcbernimmt er die meisten Bildelemente aus Zeitungen und Zeitschriften. Sein pers\u00f6hnlicher Beitrag besteht ausser in der Auswahl In der straffen, eigenwilligen Komposition und In der Zusarnmenfassung der Teilst\u00fccke mit graphischen, und malerischen Mitteln.<\/p>\n<p>Die behandelten Themen sind allt\u00e4glicher Art, die Konsumwelt, die vermarktete Sexualit\u00e4t, Aggressionen auf den verschiedensten Ebenen, Themen, die man ersch\u00f6pft glaubte, gewinnen hier neue Aktualit\u00e4t. Dies dank der formalen Kraft und den vielspurigen Assoziationsbahnen, die die in der Galerie Artischock gezeigten Arbeiten auszeichnen.<\/p>\n<p>Die meisten Bl\u00e4tter sind ohne den Hinte- rgedanken an eine Ausstelung entstanden. Dies trifft auch f\u00fcr die stilistisch ganz anders gelagerten \"kleinen Erfindungen\" zu. Da sich der K\u00fcnstler f\u00fcr das Produkt weniger interessiert als f\u00fcr die Konzeption und den Schaffensprozess, verzichtet er auf die milimetergenaue malerische Ausf\u00fchrung. Seine konstruktionen f\u00fcgen sich aus farbigen Klebdstreifen zusammen. Sie erweisen sich nicht als dauerhaft, illustrieren die Absicht des K\u00fcnstlers jedoch hinreichend. Und m\u00f6chte jemand ein solches Bild besitzen, so nimmt Bachmayer die Fleissarbeit der malerischen Umsetzung gern auf sich.<\/p>\n<p>(Bis 20. Februar) .<\/p>\n<p>Peter Killer<\/p>\n<p>Tagesanzeiger, 15. Februar 74<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-2\" data-index=\"2\"><h3 class=\"widget-title\">1975: Aus dem plakativen Bildrepertoir der Alltagswelt<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>gb. Werke von Aldo Bachmayer waren im letzten Jahr in der Galerie Arti-schock und an der juryfreien Z\u00fcspa--Ausstellung zu sehen. Bis zum 13. April kann man nochmals mit der Bildwelt dieses K\u00fcnstlers in der obgenannten Galerie Kontakt aufnehmen. Der 1947 in Samedan geborene Bachmayer setzte sich nach abgeschlossenem Architekturstudium in seiner Malerei anf\u00e4nglich mit konstruktivistischen Tendenzen auseinander.<\/p>\n<p>Dann kam er zur Collage. Die spontane Aussage und das Zuf\u00e4lligkeitsmoment dr\u00e4ngten die vorherberechenbaren Ele-mente in den Hintergrund. Er griff in das Bildrepertoire unserer Alltagswelt, w\u00e4hlte aus ihr besonders Photoromane, Werbezeichen, -bilder und -texte, mit denen jeder fast t\u00e4glich konfrontiert wird und die er bewusst oder unbewusst wahrnimmt, und setzte sie In einen anderen Rahmen, In ungewohnte Zusammenh\u00e4nge.<\/p>\n<p>Der K\u00fcnstler bedient sich also der Thematik und auch des dekorativen Figurations- und Farbinstrumentariums der Popart. Seine Prospekt- und Plakatfragmente bringt er in spielerischer Art auf seinen meist grossformatigen Tafelbildern durch rasterartige, zierend gemusterte Streifen In eine poetisierende Ordnung. Zigarettenmarken, Zahlen, Frauen in Reizposen, Panzer, kraft-strotzende M\u00e4nner, Versicherungsagenten, Spielkarte, Auto, Schmetterling, Wappen, Streichh\u00f6lzer, Pferd, Gl\u00fchbirne werden zueinander in Beziehung gesetzt, in artfremde Nachbarschaft ger\u00fcckt.<\/p>\n<p>Die \u00fcberleitenden Streifen-, Punkt-, Schachbrett- und Blumenmuster schaffen poetische Zeilen, Assoziationsketten. Objektkontraste mit leichter Schockwirkung, Humor sowie auch sehnsuchtsvolle Landschaftsszenerie und Erinnerungsfetzen, sie alle stellen die bildkonstitutiven Einzelheiten dar.<\/p>\n<p>Aldo Bachmayer, hat sich dabei v\u00f6llig auf eine subjektive, in gewissem Sinne emotionale, jedoch wertneutrale Ebene gestellt. Das unterstreicht er sehr deutlich. durch die stark dekorativen Z\u00fcge seiner heutigen Malerei. Aus seiner engagierten Zeit ist das mit Panzern \u00ab\u00fcberschriebene\u00bb Bild des Vietnamsoldaten mit der abgerissenen, In das Vita-Zeichen (Versicherung) m\u00fcndenden Hand zu sehen.<\/p>\n<p>Collagen, Siebdrucke, Mischtechnik, Kunstharz auf Pavatex sind des K\u00fcnstlers Malverfahren. Zuweilen arbeitet er rein fl\u00e4chig, zuwellen modelliert er. Seit einiger Zeit bem\u00fcht er sich immer mehr um die zeichnerischen Qualit\u00e4ten seiner Bilder.<\/p>\n<p>Gundel Bernimoulin<\/p>\n<p>Z\u00fcrcher Nachrichten<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-3\" data-index=\"3\"><h3 class=\"widget-title\">1979: Collagen-Architekturen<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>ep. Sich selbst und seine Umwelt ausdr\u00fccken-, Erlebnisse festhalten und verarbeiten; Bildnisse schaffen aus eigener origineller Welt-Sicht - daraus wird vielleicht ein Tagebuch, daraus werden vielleicht gemalte Bilder. Bei Aldo Bachmayer werden es Collagen. 1947 in Samedan.geboren, studierte er Architektur an der ETH und lebt seit 1973 als freier K\u00fcnstler in Z\u00fcrich. <\/p>\n<p>Architektur: Aldo Bachmayer konstruiert seine Collagen, baut sie auf und zusammen. Viel Ornamentales, Fussbodenmuster, St\u00fccke von Leisten, Fenstern - streng und doch heiter bringt er die Teile zusammen, flicht sie ineinander mit seinen Erinnerungen.<\/p>\n<p>Hier: Ferienstimmung in Italien. Eine Palme, ein St\u00fcck Garten, ein Schmetterling bringen Natur und Leichtigkeit zwischen die Architektur. ein Bahnbillett, eine Eintrittskarte, ein Gep\u00e4ckzettel, eingeflochten in die zur\u00fcckgetr\u00e4umten Ferien und zugleich miteingeflochten Freude.-Ferien und Ferne f\u00fcr alle, die seine Bilder betrachten. <\/p>\n<p>Kein teures Material wird verwendet. Aldo Bachmayer malt zum Teil auf Packpapier, malt Stufen und Wolken, kombiniert sie mit Zivilisationsresten: Ein Muskelprotz und ein leichter Sommmervogel - in und auf den Bildern - ist viel zu sehen, sie wecken Erinnerungen an eigene s\u00fcdliche Erlebnisse und am sch\u00f6nsten, sind sie, wenn draussen grau und neblig-kalt die Welt versinkt. Dann kommen Farben und fr\u00f6hliche Ornamente besonders lebendig zur Geltung. <\/p>\n<p>Die Ausstellung dauert bis 2. M\u00e4rz. <\/p>\n<p>Bund, 27. Februar 1979<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-4\" data-index=\"4\"><h3 class=\"widget-title\">1979: Aldo Bachmayers &#8220;kleine Wahnwelt&#8221; an der Stadthausgasse <\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>Fr\u00f6hliche, bunte Farben leuchten seit. dem letzten Donnerstag dem Besucher der Galerie an der Stadthausgasse entgegen. Dort hat Aldo Bachmayer seine \u00abLigurischen Bilder\u00bb ausgestellt; eine ganz gelungene Mischung von Malerei und Collage. Ueber das Werk des K\u00fcnstlers, der seinen Beruf - er ist eigentlich Architekt - in seinen Bildern nicht verleugnen kann, sprach in der Vernissage Dr. Fritz Billeter. <\/p>\n<p>R. U. Zugegeben auf den ersten Blick sind Aldo Bachmayers, Bilder eher verwirrend. Man weiss nicht recht, kommt das von der \u00fcberraschenden farblichen wie gegenst\u00e4ndlichen Vielfalt, kommt es von den oft schwierigen Verbindungen einzeler Bildaspekten oder von der ganz eigrnenn Technik des Malers. Auf jeden Fall eineungewohnte Sache f\u00fcr den, der zum ersten mal konfrontiert wird mit diesen Werken. <\/p>\n<p>Doch nach einer Weile, wenn sich die Augen daran gew\u00f6hnt und die Gedanken etwas eingependelt haben, bekommt man Geschmack f\u00fcr diese vielf\u00e4ltigen, meist grossformatigen Biler , beginnt sie mehr und mehr mit Interesse und oft auch Amusement zu betrachten. Um einmal beim Hintergrund anzufangen: Aldo Bachmayer liebt die geometrischen Formen, allen voran das Viereck, das er mit einer \u00fcngeahnten Variationsbreite zu handhaben versteht:\tVierecke als r\u00e4umliche W\u00fcrfel, als Ornament oder als Gestaltungselement sind auf jedem Bild zu finden. <\/p>\n<p>Weitere Gestaltungsmittel sind die \u00e4usserst kr\u00e4ftigen Farben, sind Collage Elemente und, eigentlich eher in beschr\u00e4nkterem Rahmen, gegenst\u00e4ndlich gemalte Bildteile. Das ist alles in allem gesehen eine Kombination, die einen durchaus ansprechen kann. Schwieriger wird es, wenn man sich zu fragen beginnt, was denn da eigentlich dargestellt werden soll. <\/p>\n<p>Hier konnte die kleine Ansprache von Dr. Fritz Billeter dem \"Laien\" beziehungsweise dem Newcomer etwas weiterhelfen. Er sprach, was man anfangs vielleicht \u00fcbersehen hatte, dass den Bildern \"etwas volkst\u00fcmliches\" anhafte, sprach in diesem Zusammenhang auch von \"Stadtfolklore\", und bezeichnete Bachmayers Schaffen als \u00abfr\u00f6hlich provinzielle, was ja heutzutage kein Schimpfwort mehr sei. Doch nicht nur Stadtfolklore, auch - und vielleicht vor allem - Ferienclich\u00e9s, und zwar verbr\u00e4mt mit Standardtouristischem, faszinieren den Maler: knallige Farben und unruhige Kompositionen unterstreichen dieses Thema. Daher auch der Name Ligurische Bilder: also Italien, Riviera, Meer. <\/p>\n<p>Es ist, wie gesagt, schwer, die Bilder Aldo Bachmayers sprachlich zu um- oder beschreiben. Doch vermutlich passt, so meinte: Dr. Fritz Billeter wohl nicht zu Unrecht, ein Wort Paul Nizons zu der Ausstellung: \"Z\u00fcrichs kleine Wahnwelt\". Auch wenn Aldo Bachmayers Bilder gar nicht diese, Stadt meinen. <\/p>\n<p>Die Ausstellung, ausser Montag t\u00e4glich zwischen 9 und 21 Uhr ge\u00f6ffnet, dauert bis zum 29. April. <\/p>\n<p>Schaffhauser Nachrichten, 3. April 1979<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-5\" data-index=\"5\"><h3 class=\"widget-title\">1982: Geister sind losgelassen und wieder gebannt<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>Hure und B\u00fcrger<br \/>\nBeim 35j\u00e4hrigen Aldo Bachmayer, der in der neuer\u00f6ffneten Galerie Ursula Holl am Stampfenbachplatz ausstellt, werden wir in eine v\u00f6llig andere Atmosph\u00e4re getaucht. Bachmayer gelingt eine \u00dcberlagerung von mindestens drei Stimmungskomponenten: von kalter, grossst\u00e4dtischer Entfremdung, von fr\u00f6hlich-melancholischer Ferienprospektseligkeit, von exotischer Bordellatmosph\u00e4re, letztere am greifbarsten im Holzrelief, das eine ins Tingeltangelhafte transportierte Odaliske nach Ingres, zeigt. Dem Durcheinanderwirbeln solcher kontrastreicher Bedeutungs- und Stimmungsebenen entspricht eine Collagetechnik, die in Malerei eingebettet ist. In diesem originellen Post-Pop bewegt sich Bachmayer seit etwa 1974; bemerkenswert daran ist, dass er sich in seinen neuen Arbeiten wiederum zu steigern vermochte. Auch Bachmayer neigt wie alle hier besprochenen K\u00fcnstler zur stereotypen Figur, die von ihm aber (\u00e4hnlich wie bei Miriam Cahn) ganz diesseitig aufgefasst ist. Seine Figurinen erinnern in ihrer exhibierenden Steifheit an grosse mechanische Puppen. Seine m\u00e4nnlichen Grossst\u00e4dter sehen wie Gangster aus, sind insofern Nachfahren aus Brechts Dreigroschenoper. Ihnen entsprechen geradzu barock aufgez\u00e4umte Liebesdienerinnen, die ihre Korsetts wie Panzer tragen.<\/p>\n<p>. Bachmayer zeigt ein g\u00e4nzlich ver\u00e4ussertes Menschengeschlecht; dessen Geilheit und K\u00e4uflichkeit \u00e4ussert sich in heraldischen Signalen und in ihrer \"Berufskleidung\". Der K\u00fcnstIer hat es in eine kulissen- und staffagehafte Umwelt von kr\u00e4ftiger bisaufreizender Farbigkeit gesetzt. (Bis 12. Juni) Fritz Billeter <\/p>\n<p>Fritz Billeter<\/p>\n<p>Tagesanzeiger, 18. Mai 1982<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-6\" data-index=\"6\"><h3 class=\"widget-title\">1984: l\u00e4ndliche tagebuchnotizen aus dem rheintal<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>\u00dcblicherweise werden sie schriftlich gef\u00fchrt, die Tagebt\u00fccher, f\u00fcr den Maler Aldo Bachmayer naheliegender ist es, seine Tageseindr\u00fccke und Erlebnisse bildhaft wiederzugeben. Anlass dazu bot der Umzug des K\u00fcnstlers samt Familie von Z\u00fcrich ins St.Galler Rheintal nach Balgach, entstanden ist das l\u00e4ndliche Tagebuch \"Gr\u00fcsse aus Balgach\", das mit dem 1. Juni dieses Jahres einsetzt und bis in den August reicht. Gezeigt wird es in der Galerie Kunst & Design bis 20. Oktober. Der Malerei wandte sich Bachmayer 1973 zu, nachdem er ein Jahr zuvor als Architekt an der ETH Z\u00fcrich abgeschlossen hatte. <\/p>\n<p>Einen neuen Wohnort, eine neue Umgebung zu erfahren vollzieht sich nicht von heute auf morgen, sondern in einem l\u00e4ngeren Prozess des Kennenlernens und Vertrautwerdens, dies geht deutlich aus Bachmayers Bildfolge hervor. Am Schluss des Tagebuches steht auch nicht eine werbeprospektartige Bestandesaufnahme des neuen Lebensraums samt deutlichen Charakterportr\u00e4ts der Balgacher; die Aufzeichnungen behalten von Anfang bis Schluss etwas Offenes, Unbestimmtes, ausgearbeitetere Partien wechseln mit bloss skizzierten, angedeuteten, dies als Hinweis daf\u00fcr, dass der Prozess des Kennenlernens gar nie abgeschlossen sein wird, Mensch und Umgebung ver\u00e4ndern sich dauernd.<\/p>\n<p>Behutsame Ann\u00e4herung<\/p>\n<p>Die Ann\u00e4herung an die neue Umgebung erfolgt behutsam Schritt um Schritt, einzelne Motive werden ins Auge gefasst, Haus, Kuh, Lastwagen oder einfache Handlungsablauf, wie die gemeinsame Mahlzeit, der Besuch aus Zilrich. Diese Ausschnitte und Szenen werden oft puzzleartig in Collagen vereint, oder dann wird mit zeichnerischen Mitteln diese Wirkung angestrebt. Gelegentlich wird man an Bachmayers Ausbildung als Architekt erinnert, etwa beim Geb\u00e4udekomplex, der auf dem Kopf steht und den Grundriss klar ersichtlich macht. Vielfach interessiert ihn bei den H\u00e4usern vor allem die Grundform, Mauern, Satteldach und allf\u00e4llige Anbauten. Mit verschiedenen leuchtenden Farben dr\u00fcckt er deren wechselnde Erscheinung im Verlauf des Tages aus. Andere Geb\u00e4ude verfolgt er mehr ins Detail, ohne aber blosse Abbilder hervorzubringen. \u00dcberhaupt haftet den Bildern immer etwas Naiv-Zauberhaftes, Irreales an, vor allem auch wegen den bunten Farben, die sich \u00fcberall entfalten, sogar der Himmel kann f\u00fcr einen Moment auf Balgach fallen, um einem Hausdach einige seiner Wolken zu \u00fcberlassen. Die Bilder k\u00f6nnen auch surrealistische Z\u00fcge annehmen, wenn sich Teile eines Gesichts, Lippen, Augen etc. nach eigenem Willen frei im Raum plazieren. In abstrakte Richtung dagegen weist die Darstellung vom Haus des B\u00e4ckers, in der sich der K\u00fcnstler von den Linien in einem zuvor gefalteten Papier f\u00fchren liess und zwischen diese farbige Felder einf\u00fcgte, als Visualisierungen seiner Eindr\u00fccke.<\/p>\n<p>Obwohl gewisse Personen als blosse Umrisse auftreten, ein engerer Kontakt mit ihnen scheint noch nicht hergestellt, deutet doch alles darauf hin, dass sich Bachmayer am neuen Ort gut eingelebt hat. Nicht dass ihm Z\u00fcrich nicht mehr gefiele, auch grosse St\u00e4dte waren einmal klein, betont er, und das Tagebuch h\u00e4lt einen Besuch aus Z\u00fcrich als freudiges Ereignis in Erinnerung, das wegfahrende Auto wird zur farbigenwinkenden Hand. <\/p>\n<p>Die \"Gr\u00fcsse aus Balgach\" sind aber keine emotional-spontanen \u00c4usserungen als Reaktion auf die neue l\u00e4ndliche Umgebung, die auffallende Statik und Stillebenhaftigkeit der Bildinhalte hat eher eine\"n\u00fcchterne\", aber pers\u00f6nlichgepr\u00e4gte Bestandesaufnahme des Lebensraums hervorgebracht, die so oder \u00e4hnlich an jedem anderen Ort und aus irgendeinem anderen Anlass heraus entstanden, sein k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>Marie - Louise L\u00e4sser<\/p>\n<p>Neue Z\u00fcrcher Nachrichten, 29. September 1984<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-7\" data-index=\"7\"><h3 class=\"widget-title\">1987: Galerie Spleiss: Aldo Bachmayer<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>Seit den siebziger Jahren wird die europ\u00e4isch-amerikanische Kunstszene nicht mehr von einem Hauptstrom beherrscht; die verschiedensten, auch die gegens\u00e4tzlichsten Richtungen verlaufen nebeneinander und durcheinander. Diese pluralistische Situation erlebte ich wiederum w\u00e4hrend meines Galerienrundgangs. Ich fand keinen roten Faden, als den derVielfalt ..<\/p>\n<p>Der Maler Aldo Bachmayer (1947 geboren) bewegt sich vom Tafelbild weg, ohne sich auch ganz von ihm zu l\u00f6sen. Er tendiert zum Objekt, gar zum M\u00f6bel oderzur Kulisse. (1983 entstand f\u00fcr die \u00dcberbauung R\u00fctiwiese in Adliswil in dieser Form eine ganze Jazzband.) Auch die Werke in der Galerie Spleiss sind eineinteressante Mischung zwischen Reliefund gemaltem Bild. Sie sind alle einheitlich auf Holz gemalt und mit einem gr\u00fcnen Holzrahmen versehen; dar\u00fcber hinaus werden die Figurenszenen innerhalb des Bildervierts von einer in Kurven verlaufenden Fassung begrenzt. Bachmayerstellt plakativ und in fr\u00f6hlich vitalen Farben st\u00e4dtisches Volk aus Nachtcafe und Cabaret dar. Er l\u00e4sst Taschenspieler,Cancan-T\u00e4nzerinnen, Tangopaare und Musikanten auftreten. die Requisiten und Attribute solcher Figuren - z.B. Musikinstrumente oder der Zylinder, Taube und Hase des Magiers, auch kleidungsst\u00fccke wie Krawatten, M\u00fctzen, panzerartige Corsages und hochhackige Stiefel - sind ebenso wichtig wie deren Tr\u00e4ger. Bachmayer entfaltet eine einfache, popul\u00e4re Symbol - und Zeichensprache; er gelangt zu wappenartigen Stilisierungen und Farbwechseln. Zwischen die Figuren schieben sich Muster und Ornamente wie Sternb\u00e4nder, Rosetten, schachbrettartige oder getupfte und gestreifte Felder. Alles in allem: eher poppig als wirklich zur Pop-art geh\u00f6rig. (Bis 4. Mai) <\/p>\n<p>Fritz Billeter<\/p>\n<p>Tagesanzeiger, 6. April 1987<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-8\" data-index=\"8\"><h3 class=\"widget-title\">1987: Familie Schweizer l\u00e4dt ein<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>mg. Eng und un\u00fcbersichtlich ist sie, die vielbefahrene und viel begangene Churerstrasse. F\u00fcr Passanten und Automobilisten ist grosse Vorsicht geboten; und genau da, an der d\u00fcmmsten,- weil un\u00fcbersichtlichsten Stelle steht sie - die Familie Schweizer: Mutter, Vater und drei Kinder, wovon das j\u00fcngste noch im Kinderwagen ist. Lebensgross und in bunten Farben auf Holz gemalt hat sie Aldo Bachmayer festgehalten. Es ist die erste grosse Arbeit, die der K\u00fcnstler nach seiner \u00dcbersiedlung von Z\u00fcrich nach Balgach im Rheintal geschaffen hat. Die h\u00f6lzerne Personengruppe steht nicht zuf\u00e4llig an der dummen Ecke. Sie weist auf die Ausstellung im Innem der hier beheimateten Rhy-Galerie hin. Dort zeigt Aldo Bachmayer bis zum 7. Juni Bilder und Objekte.<\/p>\n<p>In seiner farbigen Buntheit ist das Objekt Familie Schweizer kennzeichnend f\u00fcr Bachmayers Schaffen. Bezeichnend ist aber auch, dass es geschaffen wurde, um an einen Strassenrand, an eine St\u00e4tte st\u00e4ndiger Bewegung gesetzt zu werden. Denn auch die Bewegung zieht sich wie die Buntheit durch die in der Rhy Galelerie ausgestellten Werke wie ein roter Faden. Es seien Produkte einer \u00fcbersch\u00e4umenden Phantasie, die immer in ein geistreiches Ordnungsprinzip eingebunden seien, dr\u00fcckte sich Vernissage-Redner Dr. Roland Mattes aus. Dieser scheinbare Gegensatz - \u00fcbersch\u00e4umende Phantasie einerseits, Ordnungsprinzip (beispielsweise in Form eines Gitterrasters) andererseits schafft Spannung. Diese Spannung wird denn auch f\u00fcr den Betrachter sofort sp\u00fcrbar,zieht ihn an und fesselt ihn.<\/p>\n<p>Witz und spr\u00fchende Phantasie<br \/>\nIn den vielschichtigen Bildern I\u00e4sst sich immer wieder Neues entdecken. Mit Witz, Humor, lebendiger Improvisation und spr\u00fchender Phantasie h\u00e4lt der K\u00fcnstler die Betrachter seiner Werke gefangen bzw. l\u00e4dt ihn ein, ihm auf dem Pfad seiner Phantasie zu folgen. So wird der Bildbetrachter in bunte, trotz der geometrischen Formen beschwingt-leicht wirkende Erotik verspr\u00fchende Ferienlandschaften gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Dem gegen\u00fcber stehen die dunkel gehaltenen Bilder zum Thema James Joyce's \"Ulysses\". Zu diesem Themenkreis \u00e4usserte sich der St.Galler Kunstkritiker Dr. Roland Mattes: Aldo Bachmayer bleibt immer sich selbst. Kein Wunder, dass er deshalb auch zu James Joyce und zu dessen \"Ulysses\" innere Bindung versp\u00fcrt. Es ist der Roman, der mit der Erfindung des inneren Monologs alle alten Gesetzm\u00e4ssigkeiten der literarischen Gestaltung aufgebrochen hat und der Phantasie und dem Reichtum der Gedanken ein Feld unbegrenzter M\u00f6glichkeiten erschliesst. Und hier ist Aldo Bachmayer daheim.<\/p>\n<p>Querschnitt durch das j\u00fcngste Schaffen<\/p>\n<p>Die Ausstellung in der Rhy Galerie gibt einen guten Querschnitt \u00fcber das j\u00fcngste Schaffen von Aldo Bachmayer wieder. Themen, mit denen sich der K\u00fcnstler in seiner Arbeit schon l\u00e4nger besch\u00e4ftigt, werden ebenso gezeigt wie die verschiedenen Ausbruchversuche, wobei vor allem die expressionistisch anmutenden Blechbilder zu nennen sind, und die neuen Entwicklungsstufen, die in den Arabesken und Etuden deutlich erkennbarsind. <\/p>\n<p>Die Ausstellung in der Rhy Galerie, die bis zum 7. Juni dauert, bietet Gelegenheit, sich mit dem Schaffen eines weit \u00fcber das Rheintal hinaus anerkannten, im Rheintal selbst aber wenig bekannten K\u00fcnstler vertraut zu machen. <\/p>\n<p>Meinrad Gschwend<\/p>\n<p>Rheintalische Volkszeitung, 11. Mai 1987<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-9\" data-index=\"9\"><h3 class=\"widget-title\">1987: Inszenierung einer spontanen Begegnung<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>NEUKIRCH (mat) Geduldig wartet die\"Familie Schweizer\" von Aldo Bachmayer, die zur Zeit im Garten vor dem markanten, roten Riegelbaus der Galeristin Beatrice Meile-Meyrat in Neukirch an der Thur steht, auf die ersten G\u00e4ste der Ausstellung, die am kommenden Samstag um 17 Uhr mit eine Vernissage er\u00f6ffnet wird und bis 13. September dauert. In den Galerier\u00e4umen wurde diese Woche geklebt, geh\u00e4mmert und \u00fcber die beste Anordnung der Bilder und Objekte diskutiert. F\u00fcr den im Rheintal lebenden K\u00fcnstler sind daf\u00fcr neben den bestehen den Raum- und Lichtverh\u00e4ltnissen vor allem ihre szenische Wirkung auf den Betrachter ausschlaggebend. Die Aufmerksamkeit des Betrachters fesseln und ihn in das Spiel mit Formen und Farben hineinziehen - diesem Ziel kommen seine Arbeiten in ihrer offenen Direktheit entgegen.<\/p>\n<p>Im Eingangsbereich wird der Galeriebesucher von einem\"Paar unter Palmen\" begr\u00fcsst. Die beiden in einem zweiteiligen Paravent gefassten Figuren sind mit den f\u00fcr Bachmayer typisch bunt-grellen Farben auf Aluminiumblech gemalt. Die Konturen der stilisiert wiedergegebenen K\u00f6rper sind dabei teiweise aufgeschnitten und herausgebogen, wodurch eine plastische Wirkung erzielt wird. die sich allerdings nur auf Distanz voll entfalten kann. Bereits bei dieser Arbeit, die er f\u00fcr eineSchaufenster-Ausstellung Altst\u00e4tten konzipiert hat, schimmert der Witz und Humor durch. mit dem Bachmayer seine Bilder entwirft. Sie verbreiten eine komproinisslose Lebensfreude, der sich auch ein unwilliger Betrachter kaum entziehen kann.<\/p>\n<p>Die L\u00fccken der Architektur f\u00fcllen<\/p>\n<p>Der vierzigj\u00e4hrige Maler, der mit seiner Familie seit 1984 in Balgach lebt. studierte anfangs der 70er Jahre an der ETH Z\u00fcrich Architektur. Auf die Frage nach seiner heutigen Beziehung zur Architektur, antwortete der Exarchitekt verschmitzt, statt H\u00e4user zu bauen, habe er sich damals entschieden. die grauen Leerstellen, die die moderne Architektur hinterlasse, mit farbigen Bildern zu f\u00fcllen. Von seinen ersten Collagen \u00fcber die Blechbilder bis zu den j\u00fcngsten abstrakt gelhaltenen Arabesken h\u00e4lt sich der Versuch, durch Addition verschiedener Elemente ein neues Ganzes zu schaffen. Dieses Neue ist dabei aber nicht abgeschlossen und fixiert. sondern l\u00e4sst, wie etwa in den dreischichtigen Wandobjekten deutlich wird, einen Spielraum offen, den erst der Betrachter mit seiner Wahrnehmungsarbeit schliessen kann. Seine Bilder scheinen so erst mit dem Blickkontakt eines Betrachters zum Leben zu erwachen.<\/p>\n<p>\"Kulissen\" f\u00fcr ein improvisiertes Spiel<\/p>\n<p>Kunst soll den Betrachter aktivieren, ihn in das Spie lmteinbeziehen, so I\u00e4sst sich Bachmayers Intention, die er in seinen Arbeiten verfolgt, vielleicht knapp formulieren. Dem kommt nat\u00fcrlich der kulissenhafte Charakter vieler seiner Installationen entgegen, die h\u00e4ufig f\u00fcr einen bestimmten Raum oder auf einen besonderen Anlass hin entworfen wurden. Nicht nur beim \"Paar unter Palmen\" tritt das Kulissenhafte seiner Arbeiten deutlich hervor. Auch die \u00fcbrigen Installationen - angefangen bei der \"Familie Schweizer\", die urspr\u00fcnglich f\u00fcr eine Z\u00fcrcher Wohnstrasse entworfen wurde, \u00fcber die \"Hochzeit im Herbst\", bis zur \"Macchina dei Burrattini\"- ziehen den Betrachter unwillk\u00fcrlich in ihr Spiel mit ein. W\u00e4hrend man unter den Palmen noch artig mit einem Urlauberpaar Konversation pflegen kann, f\u00fchlt man sich auf der herbstlichen Hochzeit schon eher als Eindringling, w\u00e4hrend man vor der - auf die B\u00fchne der italienischen Puppenspieler anspielenden - \"Macchina dei Burattini\", gleich in eine doppelte Zuschauerrolle hineinversetzt wird, aus der man unwillk\u00fcrlich auszubrechen versucht. <\/p>\n<p>Blicke aus der Vergangenheit<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt der Ausstellung in Neukirch stehen die insgesamt 14 Ahnenportraits, unter die sich Bachmayer bereits selbst als Flieger eingereiht hat. Die teils fiktiven, teils realen Vorfahren - wie beispielsweise \"Leopold\", der nach England auswanderte und dort Polospieler wurde oder\"Adalbert\", der Tramf\u00fchrer - offenbaren einen Hang zur Indiskretion. Was sich f\u00fcr den K\u00fcnstler als ein Blick in die Vergangenheit - vielleicht sogar als eine Suche nach einem Teil der eigenen Vergangenheit - darstellt, wird f\u00fcr den Betrachter zu Blicken aus der Vergangenheit. Dabei ist es nicht leicht, diesen Blicken auszuweichen,durch die eigenwilligeTechnik scheinen sie jeder Bewegung des Betrachters zu folgen. Wie die kulissenhaften Installationen durch ihre eigenwillige Ausstrahlung vor dem Abgleiten ins rein Dekorative bewahrt werden, so sind die Portraits in ihrer Offenheit hartn\u00e4ckig, aber nicht aufdringlich. Sie bilden eine Herausforderung, die f\u00fcr beide, den verschmitzt lachenden Vorfahren sowie f\u00fcr seinen Betachter, ein vergn\u00fcgliches Erlebnis werden kann. <\/p>\n<p>Thurgauer Tagblatt, 20. August 1987<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-10\" data-index=\"10\"><h3 class=\"widget-title\">1988: Atelier-Galerie: Alfons Keller<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>Auf 20 jahre K\u00fcnstlert\u00e4tigkeit kann Aldo Bachmayer zur\u00fcckblicken. Die gegenw\u00e4rtige Ausstellung in der Atelier-Galerie hat somit den Aspekt einer Retrospektive. Das Werk des heute 43 Jahre alten, im Rheintal wohnhaften Malers, zeichnet sich durch seine Wechselhaftigkeit aus. Ein weiterer Grundzug ist die stete N\u00e4he zum Fig\u00fcrlichen. Bachmayers Zeichenvorrat hingegen scheint unersch\u00f6pflich, ebensosein Einfallsreichtum im Umgang mit Farbe und Materialien. So ist die Collage ein konsequentes Mittel seines k\u00fcnstlerischen Aus- drucks. Daneben fallen grossformatige Gem\u00e4lde und Bildobjekte auf. Immer wieder hat Bachmayer Vorst\u00f6sse in die dritte Dimension unternommen. Er liebt das Grossz\u00fcgige, das Ausgreifen, plakative Farben. Die Buntheit, die in seiner Farbenwelt zutage tritt, ist durchwegs wohl durchdacht.sind ausgewogen. Rot und Gr\u00fcn, Blau und Gelb treffen oft aufeinander. Die Collagen und die Objekte tragen gerne ironisierende Z\u00fcge. Da ist zum Beispiel die sarkastische Ahnengalerie. Das Nachdenken \u00fcber die eigene Herkunft und die Wurzelnkommt im Schaffen Bachmayers Bedeutung zu. Viele Bilder Bachmayers haben erotischen Gehalt, lassen Mann und Frau - in Liebe einander zugekehrt - erkennen. Gerade diese Bilder sind so ausgelegt, dass sie Distanz und Abstand erfordern. Bilder, die das Zur\u00fcckdenken zum Gegenstand haben, sind oft von ironischer Distanz gepr\u00e4gt und liegen nahe bei der Pop-art. \u00dcberhaupt liebt es Bachmayer, die Kunstgeschichte mit einzubeziehen. Sein Werk ist reich an diachronischen Bez\u00fcgen. Diesen im einzelnen nachzusp\u00fcren, ist reizvolle Aufgabe.<\/p>\n<p>Bis 2.6. <\/p>\n<p>Hans J\u00fcrg Etter<\/p>\n<p>Die Ostschweiz, 2. Mai 1988 <\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-11\" data-index=\"11\"><h3 class=\"widget-title\">1989: Vielf\u00e4ltige Partitur malerischer Menschlichkeit<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>RORSCHACH. \"Kunst im Kreuzgang\" - die Jahresausstellung im Lehrerseminar Mariaberg, Rorschach, zeigt bis 2. Dezember den facettenreichen Wandel zur malerischen Menschlichkeit, den Aldo Bachmayer seit seinem Umzug aufs Land, von Z\u00fcrich nach Balgach, im Zeitraum von sieben Jahren durchschritten hat. So spontan, wie Aldo Bachmayer im ersten Dezennium seines Schaffens in die visuelle Bilderflut griff, die den Menschen in grauen W\u00e4nden umstellt, so spontan greift er gegenw\u00e4rtig zu den Farben. Damit schl\u00e4gt er nach wie vor in \u00fcbersch\u00e4umender Frische die Br\u00fccke zum jungen Volk. <\/p>\n<p>Bunt bewegte W\u00e4nde <\/p>\n<p>\"Wir ziehen aufs Land\" 1983, das Objektbild der Familie mit Katze, steht als Aufforderung im Kreuzgang-. die klaren Farben scheinen, vom F\u00f6hn im sonnigen Rheintal rein gefegt, die ganze Lebensfreude zu spiegeln. Die\"Familie Schweizer\" als Projekt\/Modell f\u00fcr die M\u00f6blierung einer Wohnstrasse in Z\u00fcrich, 1984, darf als Schwellenfigur des Umgzugs gelten. Die Idee Stadtkunst statt Kunststadt hat vor dem Wohnhaus in Balgach an der Wiesenstrasse die freiere Bedeutung des frohen Sonntagsspaziergangs angenommen. Vorbildlich signalisiert diese Familie bis heute auch die Bereitschaft, sich an Ausstellungen zu beteiligen.\"Musvclop\" und\"Cyclopatra\", die Mittelteile der beiden Triptychen f\u00fcr die 5. Biennale der Schweizer Kunst in 0lten, 1985, zeigen Bachmayers Bezug zur humanistischen Tradition und erleben im Kreuzgang \u00fcber die neue Bestimmung, gewissermassen als Atlanten. die das gotische Gew\u00f6lbe tragen, eine Wiedergeburt. <\/p>\n<p>Wiedergeburt ist auch das Stichwort f\u00fcr die Ahnengalerie. 1987 realisierte Aldo Bachmayer im R\u00fcckgriff auf die mehrschichtigen Bilder die Bewegungselemente neu. Durch Aufschneiden und Wegbiegen aus der Fl\u00e4che leben diese Ahnen unter den Nachgeborenen weiter. Im\"Selbstportrait als Flieger\" nimmt er selbst mit seinem schalkhaft lachenden Auge an der Inszenierung seiner Phantasiewelt teil. Seit er die ETH 1972 als Architekt verlassen hatte. wollte er den Menschen bewegen, indem er die grauen W\u00e4nde so bunt wie m\u00f6glich machte. <\/p>\n<p>Bewegte Zuschauer <\/p>\n<p>Bewegt im eigentlichen Sinne ist das \"Paar im Herbstwind\", 1987 zur Wiederer\u00f6ffnung des Kunstmuseums St.Gallen als Fahne geschaffen, jetzt im Innenhof als bewegte Zuschauer. Sie rufen Komplimente der Kunden in der SBG-Schalterhalle in Rorschach in Erinnerung, die dort in der lebendigen Szene um die, Menschenpaar-Stele und vor den neckischen Fenstern ins Innere die spontane Zustimmung\u00e4usserten: \"S'isch modern und trotzdem sch\u00f6n!\" Auch Wiederverwertung oder Restenverarbeitung bringt k\u00f6stliche Objekte hervor. Die \"Macchina dei burratini\" aus den Resten des SBG-Auftrages, ein fast programmartiges Werk, eine B\u00fchne der Hampelm\u00e4nner, Puppenspieler, wirkt als prospekthafter Lebensraurn wie ein winziges St\u00fcck Welttheater. <\/p>\n<p>Bunte \u00dcberraschung f\u00fcr W\u00e4nde <\/p>\n<p>Immer wieder wartet Aldo Bachmayer mit \u00dcberraschungen auf. Die \"Arabesken\" brachten 1987 reine Bewegung, abstrahiert, rhythmisiert. \"Himmel-H\u00f6lle-Rummelplatz\" liess als Werkgruppe mit einer reichen Skala malerischen Zwischent\u00f6ne aufhorchen - und 1988 bewunderte der \"Voyeur\" das malerische Werk seines Sch\u00f6pfers, die Frau als T\u00e4nzerin. Tanz. eine Thematik, die mehr und mehr Gewicht bekam, Ausdruck der Lebensfreude. So kann die malerische \"Verschmelzung\" des Paares nicht mehr verwundern. In dem Aldo Bachmayer heute in der bunten Grundierung, mit der sein Arbeitsprozess einsetzt, immer wieder Menschen entdeckt, bekennt er sich zu seiner Haltung. Malerei ohne den Menschen ist ihm undenkbar. Auch der Betrachter kann Menschen entdecken, wenn er diskret Abstand nimmt. Die neuen Werke aus der menschlichen Intimsph\u00e4re sind geladen von Erotik, k\u00fcnden von Partnerschaft. Wer zu nahe tritt, sieht nur gepeitschte Farbfl\u00e4chen, ein Versteckenspielen, das an sp\u00e4ten Monet oder Renoir erinnert. Damit wird deutlich, dass Aldo Bachmayer die Entwicklung von der Pop-Art zum Impressionismus seiner eigenen Pers\u00f6nlichkeit gefunden hat. Titelbez\u00fcge wie \"L'Apr\u00e9s-midi d'un Faune\" zeigen nicht zuf\u00e4llig auf Debussy, dessen lyrische Klangbilder hier in Farbe umgesetzt sind. Diese malerische Menschlichkeit kann erfasst werden in der Analogie des Musikers, der vor vielfarbiger Partitur in die Tasten greift. (\u00d6ffnungs- zeiten: Mo-Fr 8-18, Sa 8-11). <\/p>\n<p>Roland Mattes <\/p>\n<p>Die Ostschweiz, 11. November 1989 <\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-12\" data-index=\"12\"><h3 class=\"widget-title\">1991: Ich liebe die Welt und m\u00f6chte sie gern umarmen<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>Zum erstenmal stellt Aldo Bachmayer einen Teil seines Schaffens in seinem Wohnort Balgach aus. Die ausgestellten Werke zeigen Motive zum Thema Liebe. Ebenfalls zu sehen sind Gebirgslandschaften, die \u00fcr den K\u00fcnstler eine besondere Bedeutung haben. <\/p>\n<p>\"Umarmung\" ist der Titel der Ausstellung; ein Titel, der beim Betrachten der Bilder w\u00f6rtlich genommen werden muss, da Aldo Bachmayer oft Liebespaare darstellt. \"Ich liebe die ganze Welt\" sagt der K\u00fcnstler. Und die Liebe auf eine unaufdringliche Art darzustellen, sei sein Ziel. <\/p>\n<p>Paare und Liebesspiele <\/p>\n<p>\"Die Liebe zwischen zwei Menschen ist eine intime Angelegenheit, bei der die Liebenden nicht gerne gest\u00f6rt werden.\" Beim Betrachten der \"Paar-Bilder\" f\u00e4llt auf, dass das Motiv erst aus einer gewissen Distanz zu erkennen ist. Wer den Bildern zu nahe kommt, kann das Dargestellte inmitten der Farbkontraste nicht mehr erkennen. \"So bleibt die Intimsph\u00e4re der gezeigten Paare gewahrt.\" Die Bilder verlangen nach einer gewissen Distanz des Betrachters. <\/p>\n<p>Ins Auge sticht bei Bachmayers Bildern der grossz\u00fcgige Gebrauch von Rot und Gr\u00fcn. Betrachter m\u00f6gen dies als eine Laune des K\u00fcnstlers - als die k\u00fcnstlerische Freiheit schlechthin - bezeichnen. \"Ich bin farbenblind und kann die Farben Rot und Gr\u00fcn nur in Nuancen unterscheiden. Deshalb wohl ziehen mich diese Farben dermassen stark an\", sagt Bachmayer. <\/p>\n<p>Landschaft als Stimmungsbild <\/p>\n<p>Zu sehen sind auch Landschaftsbilder als Kontrast zu den dargestellten Liebespaaren.\"Solche Landschaftsbilder male ich erst, seit ich hier im Rheintal lebe. Dies ist einfach eine andere Darstellungsform von Liebe.\" Die Distanz bleibt, denn die Gebirgsz\u00fcge sind aus einiger Entfernung gezeichnet. Details verschwinden. Selbst diese Landschaftsbilder verlangen danach, aus Distanz betrachtet zu werden. \"Mir ist wichtig, dass dien Bewegung, die Errosion gesehen wird. Denn in gewissem Sinne ist dies meine Eigenwelt, eine Selbstdarstellung also ... \" <\/p>\n<p>Von Aldo Bachmayer d\u00fcrfte k\u00fcnftig in Balgach noch mehr zu sehen sein. Denn bis jetzt fehlten in seinem Wohnort geeignete Ausstellungs-m\u00f6glichkeiten. Doch nun stehen ein Ausstellungsraum im alten Rathaus sowie die R\u00e4umlichkeiten Bruno P\u00f6ltingers zur Verf\u00fcgung. <\/p>\n<p>J\u00fcrg Enderli <\/p>\n<p>Der Rheintaler, 28. Oktober 1991 <\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-13\" data-index=\"13\"><h3 class=\"widget-title\">1992: Sinneserlebnisse: Am Anfang war Musik und Essen <\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>Dass lediglich ein Koch f\u00fcr ein nuancenreiches Men\u00fc sorgen kann, verheisst allein schon die Redensart. Wenn der Koch aber kocht, zwar hauptberuflich bildend k\u00fcnstlerisch t\u00e4tig ist, und beides an einer Ausstellungser\u00f6ffnung seinem Publikum offenbart wie Aldo Bachmayer am vergangenen Samstag im \"Kreuz\", entstehen im doppelten Sinn pikante Sinneserlebnisse. ZELG\/WOLFHALDEN Der Balgacher K\u00fcnstler Aldo Bachmayer spinnt seinen vielf\u00e4ltigen k\u00fcnstlerischen Faden im Kultur-Restaurant Kreuz weiter: Die Ausstellungser\u00f6ffnung stand unter dem kulinarischen Zeichen eines f\u00fcnfg\u00e4ngigen Men\u00fcs \u00e0 la Bachmayer, das von ihm als \"Gastkoch\" auch selber kreiert und zubereitet wurde. F\u00fcr einmal wurden an der Vernissage keine Worte an den Anfang gestellt: fetzige Klaviermusik von \"Louis de St.Gall\" und Ernesto Andreoli (Waschbrett) regten den Hunger nach \"mehr\" an, der mit dem f\u00fcnfg\u00e4ngigen Men\u00fc diesbez\u00fcglich gestillt werden konnte. Und wer noch nicht genug hatte, konnte quasi mit dem abschliessenden kulinarischen \"Sorpreso di Stagione\" in den Bereich der k\u00fcnstlerischen \u00dcberraschungen wechseln. <\/p>\n<p>Grossformatige Bergwelt <\/p>\n<p>Wer letztes Jahr die Balgacher Open-Air-jubil\u00e4umsausstellung besucht hat, erkannte das \"Fr\u00fchst\u00fcck im Gr\u00fcnen\" sofort wieder. die drei an der Weggabelung beim \"Kreuz\" rastenden, aus vielen hundert Holzst\u00fccken zusammengesetzten Figuren wiesen am wolkigen Samstagnachmittag bereits auf die Verbindung von Bild- und Esskultur hin. Ein Steinwurf weiter werden die G\u00e4ste von grossformatigen Bachmayer-Bergwelten empfangen, welche die Front und die Flanke des \"Kreuzes\" zieren. Selbst eine Stallwand wird zur Stellwand f\u00fcr die ruhigen, farblich einheitlich wirkenden Bergwelten des Aldo Bachmayer. Seine grossfl\u00e4chigen, neuen Werke leuchten in die Appenzeller H\u00fcgelwelt, seine durch Acryl und Farbe gewordenen Bilder verbinden die Realit\u00e4t mit dem k\u00fcnstlerischen Schaffen. <\/p>\n<p>Zwar werden Bachmayers Bergwelten, die er auch Eigenwelten nennt, nicht auf den ersten Blick als solche erkennbar. Erkennbar aber ist eine lebendige, farbharmonische Ruhe in diesen Werken: also umgesetzte Eindr\u00fccke, die so nur durch die Natur vermittelt werden k\u00f6nnen, Typisch sozusagen ist Bachmayers Einsatz von Gegenfarben, von Rot und Gr\u00fcn, Gelb und Blau. Im Gegensatz zu seinen Aktbildern, die aus einem scheinbaren Farben-Wirrwarr heraus entstehen, bleiben seine Bergwelten farblich strenger komponiert, auch wenn Farbrinnsale im unteren Teil der Bilder - wider das eigentliche Schaffen - f\u00fcr richtiggehende Farbtupfer sorgen. <\/p>\n<p>Vieles auf kleinem Raum <\/p>\n<p>Erstaunlich, wie viele Bilder in ein Gastlokal samt Treppenhaus passen. Dadurch wird ein kleiner Rundgang durch das\"Kreuz\" wirklich zum Erlebnis. Neben (grossformatigen Siebdrucken, Pavatex-Karton-Creationen und Acrylbildern finden sich kastenartig aufgebaute Bildobjekte; \"Dinge\", die aus bemaltem Acryglas, Karton und Gitternetzen bestehen und durch unterschiedlichen Licht einfall verschiedenste Farb-Strichwelten entstehen lassen. In anderen \"K\u00e4sten\" winden sich farbig bemalte, aufw\u00e4rts reckende Pfeile wie aufge- sprungene Strassen nach vorn in Richtung Betrachter. Der verschiedenen Darstellungs weisen sind nicht wenige im \"Kreuz\" zu sehen, reizvoll einerseits, etwas anstrengend f\u00fcr die Betrachter andererseits, weil einfach zu wenig Platz da ist, um die einzelnen Werke aus der richtigen Distanz betrachten zu k\u00f6nnen. Die teilweise ungen\u00fcgenden Lichtverh\u00e4ltnisse unterst\u00fctzen nicht eben ein gem\u00fctliches Betrachten von Bachmayers Werken. Mit der n\u00f6tigen betrachterischen Ausdauer und Neugier l\u00e4sst sich dieser Nachteil jedoch beheben. Erstaunlich ist, wie viele verschiedene Stile sichtbar werden. Die Werke Bachmayers stammen aus einem Zeitraum von nur f\u00fcnf Jahren. Deutlich an dieser Art Retrospektive wird hingegen, dass Farben und das Zusammenspiel von Farben f\u00fcr Aldo bachmayer eine wichtige Rolle einnehmen. Es scheint, dass die Formen, in welchen er seine Farben komponiert, bewusst sehr verschieden sind. die Zeugnisse seiner k\u00fcnstlerischen Vielseitigkeit sind noch bis am 18. Oktober im \"Kreuz\" in der Zelg zu sehen. <\/p>\n<p>Heinz M\u00fcller <\/p>\n<p>Der Rheintaler, 3. September 1992 <\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-14\" data-index=\"14\"><h3 class=\"widget-title\">1993: Aldo Bachmayers Bildst\u00f6rungen und mehrschichtige Farbenwelt<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>ST.GALLEN. Das Wiederaufgreifen der mehrschichtigen Bildkompositionen steht bei Aldo Bachmayer in einem neuen Zusammenhang. So haben die Bildst\u00f6rungen in der Atelier-Galerie bis 6. Juni die Funktion, die richtige Betrachtungsweise auszul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Vier Arbeitsphasen seit 1991 machen den Entwicklungsprozess sichtbar. Seit Aldo Bachmayer mit dem Spachtel auf die Bergwelt \u00fcbergriff. Wie wichtig dabei der Materialcharakter der Farbe geworden ist, zeigt sich bei den Bildst\u00f6rungen, welche die Farbebene differenziert betrachten lassen.<\/p>\n<p>K\u00f6rperhaftigkeit ablesen<\/p>\n<p>Eingearbeitete Holzst\u00fccke, eigentlich sind es Fundst\u00fccke aus seinem Atelier, haben die Funktion, den Betrachter zu st\u00f6ren und dadurch auf die K\u00f6rperhaftigkeit der Bilder aufmerksam zu machen. Aldo Bachmayer tr\u00e4gt die Farbe so dick auf, dass er seine Figuren in die erdig wirkende Farbmasse einkratzen kann - \u00e4hnlich der Holzschnitt-Technik - und sich somit die dritte Dimension wieder malerisch erschliesst. Der Betrachter wird aufgefordert, die gemalte Fl\u00e4che als K\u00f6rper mit fiktiven Ebenen zu erleben. Die eingearbeiteten Holzst\u00fccke sind dabei eine Hilfe, denn sie bieten ihm einen Einstieg, so dass er die Figuren herausfokussieren kann.<\/p>\n<p>F\u00fcnf Ebenen der Farbenwelt<\/p>\n<p>Mehrschichtige Bilder haben bei Aldo Bachmayer immer wieder seinen Hang zu bewegten Arbeiten best\u00e4tigt. Die neue \u00abFarbenwelt\u00bb verzichtet aber, im Unterschied zu fr\u00fcher, fast ganz auf erkennbare k\u00f6rperliche Hinweise. Die Bildplatte und Wellkartonst\u00fccke sind die beiden Grundebenen, frei schwebende Drahtgeflechte und Plexiglasscheiben geben transparente Mittelschichten, schliesslich bewirkt die Malerei auf der Plexiglasscheibe der Objektbilder. dass sich die Farbe bewegt, wenn der Betrachter daran vorbeigeht. Der Entstehungsprozess ist also vor dem entstandenen Bild mitzuerleben.<\/p>\n<p>\u00abBergwelt-Eigenwelt\u00bb, eine weitere Dreiegruppe. zeige auf, woher die Entwick-lung kommt. Schon in diesen Arbeiten von 1991 hat Aldo Bachmayer die Farbe als Material eingesetzt, vermischt mit Sand und anderen Materalien, um reliefartig arbeiten zu k\u00f6nnen. Die \u00abBildst\u00f6rungen\" sind also die logische Konsequenz daraus. Damit machen die drei Dreiergruppen die gestalterische Absicht klar und lassen die Entwicklung ablesen.<\/p>\n<p>Prozess des Wiederentdeckens<\/p>\n<p>\u00abTeste ligure\" - sieben Mischtechniken im Korridor sind als Experiment einer sch\u00f6pferischen Phase zu sehe. Im Prozess des Wiederentdeckens erinnern diese Arbeiten an fr\u00fchere. Der Einsatz ganz verschiedener Materialien auf kleinstem Raum zeigt aber auch Konzentration zum Aufbruch. Dass das Thema der Paare hierwieder aufgenommen wird, ist ebenso typisch wie die Kraft der Bewegung.<\/p>\n<p>Hans Willy Mattes<\/p>\n<p>Die Ostschweiz <\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-15\" data-index=\"15\"><h3 class=\"widget-title\">1994: James Joyces &#8220;Ulysses&#8221; malerisch umgesetzt <\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>Dieses Buch des irischen Schriftstellers, ein vielschichtiges Romanwerk in 18 Kapiteln, ist einzigartig in der Literatur des 20. Jahrhunderts. Auf \u00fcber 1000 Seiten wird ein Tag aus dem Leben von Leopold Bloom behandelt, n\u00e4mlich der 16.Juni 1904. Einzigartig ist die wechselnde Erz\u00e4hltechnik des Autors. So verwendet er Erz\u00e4hlungen, Dramen, Dialoge, Montagen, Collagen und Psychoanalysen. Noch heute, \u00fcber 90 Jahre nach seinem Erscheinen, bietet das Buch Anlass zu Spekulationen und stellte somit auch f\u00fcr den Maler eine Herausforderung dar. <\/p>\n<p>K\u00fcnstler als Architekt <\/p>\n<p>Aldo Bachmayer hat das Werk bereits viermal gelesen und bestimmte Szenen hundert Mal nachgelesen. In den gemalten Szenen kommt laut Meinrad Gschwend der K\u00fcnstler als Architekt zum Ausdruck. Zun\u00e4chst m\u00fcsse das Fundament stimmen, in diesem Fall ist dies die Stilvielfalt Bachmayers, seine Auseinanderselzung mit demBuch, dem Hin-und-her-Gehen zwischen Stilebenen sowie Bachmayers Verwandtschaft mit der Ulysses - Hauptfigur Bloom als auch mit Joyce. <\/p>\n<p>Entdeckungsreise <\/p>\n<p>Bachmayers Bilder sind vielseitig und farbig, und wie Joyce mit der Sprache spielt, experimentiert Bachmayer mit Maltechniken. Die Bilder sind die ersten 23 Stockwerke eines Wolkenkratzers, geplant sind 120 Szenen aus dem Ulysses. Wie der Leser geht auch der Betrachter der Bilder auf Entdeckungsreise: In Mollys Boudoir\" knistert es von Sinnlichkeit, die W\u00e4sche der Bordelldame liegt auf dem Stuhl. Frech, farbenfroh und witzig pr\u00e4sentiert sich dagegen \"Nora als k\u00f6nigliche Hoflieferantin von Zuckerwerk\". Vom Hintergrund aus richtigen Bonbonshebt sich die Verl\u00e4uferin in einem S\u00fcsswarengesch\u00e4ft ab. <\/p>\n<p>Tanja Graf <\/p>\n<p>St. Galler Tagblatt <\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-16\" data-index=\"16\"><h3 class=\"widget-title\">1994: &#8220;Molly&#8221; gespielt und &#8220;Molly&#8221; gemalt<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>Mit 120 Bildern will der Balgacher K\u00fcnstler Aldo Bachmayer den \"Ulysses\" von James Jovce malerisch bew\u00e4ltigen. Die Schauspielerin Evelyn Fuchs hat den Schlussmonolog Molly Blooms aufgef\u00fchrt. Wer sich solcher Art dem Monumentalwerk des ber\u00fchmten Iren ann\u00e4hern will braucht Ausdauer. Ein gewinnbringender Ausstellungsbesuch bedingt hingegen allein Neugier, und auch die Bekanntschaft mit einer B\u00fchnen-Molly blieb f\u00fcr das Publikum eine Lustvolle \"Strapaze\".<\/p>\n<p>F\u00fcr alle jene, die den\"Ulysses\" noch kein Mal durchhaben, war es vielleicht ein Anreiz, mal bei Stephan Dedalus und Buck Mulligan zu beginnen. Als leicht fortgeschrittene gebe ich zu, dass ich Molly Bloom - auch bei mehrmaligem \"Durchkauen\" des Schlussmonologs - vor meinem inneren Augenie so leidend gesehen habe. Die Penelope des JJ stickt ihre libidin\u00f6sen Abenteuer eigentlich nicht - wie ihre literarische Vorg\u00e4ngerin - in irgendein Tuch, siegeht ran. Was faszinierte, ist jedoch der Zugang den man zu diesem Text, dem interpunktionslos wiedergegebenen \"Strom ihres Be-wusstseins\" (J\u00f6rg Drews) fand. Jedenfalls scheute man sich nicht (inklusive K\u00fcrzungen), die Kluft zwi-schen den Phantasien des LeopoldBloom und den ihren hier noch zu vergr\u00f6ssern. Augustin Jagg hat sichin Sachen Dialog- und Monolog-regie in Vorarlberg bereits einenNamen gemacht und unterst\u00fctzte auch hier den starken Auftritt der Evelyn Fuchs.<\/p>\n<p>Farbe und Witz<\/p>\n<p>Edgar Leissing hat die lustvolle szenische Realisierung mit einer seiner Blumentapeten akzentuiert, Aldo Bachmayer, K\u00fcnstler aus Balgach in der Schweiz und ausgebildeter Architekt, spart bei seinen \"Ulysses\"- Malereien nicht mit Farbe. In den Materialbildern sind (auch mit einigem Witz) Einzelszenen und Assoziationen eingefangen. 120 Bilder sollen es werden, \u00fcber 20 sind schon entstanden, der Rest offenbart vielleicht auchnoch mehr Abgr\u00fcndiges. Wer die Ausstellung mit vielen Fundst\u00fccken (und dem einzigen Bronzeabguss der Totenmaske von JJ) besichtigt, sollte sich unbedingt bis ins Saumarktb\u00fcro vorwagen, dort gilt es n\u00e4mlich eine Passage aus \"Finnegans Wake\" via multimedialem Computerprogramm aus f\u00fchrlich zu erkunden. Ausstellungsmagnete sind selbstredendjene Exponate, die direkte Feldkirch-Bez\u00fcge dokumentieren, wie die ini Hotel L\u00f6wen geschriebenen Briefe JJs an den Wiener DichterFelix Braun, ein Bleistiftportr\u00e4tvon Joyce von Hans Ender aus G\u00f6tzis sowie u. a. jene Ausgabe von \"The Mime of Mick, Nick and the Maggies\", die Joyce-Tochter Lucia mit einem dekorativen Al phabet versah. Zu den Rarit\u00e4ten z\u00e4hlen eine deutsche Erstausgabe des Romans \"Ulysses\", \u00fcbersetzt von Georg Goyert, die nur in einer Auflage von 100 St\u00fcck hergestellt wurde, oder Passagen des Vorabdrucks des Romans \"Finnegans Wake\" mit Feldkirch-Bez\u00fcgen. Dass Dublin mittels Karten und Fotos - nun auch nach dem\"Blooms - Day\" - noch erkundet werden kannversteht sich von selbst. <\/p>\n<p>Christa Dietrich<\/p>\n<p>Vorarlberger Nachrichten, 17. Juni 1994 <\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-17\" data-index=\"17\"><h3 class=\"widget-title\">1998: Von Pop zu Joyce<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>Aldo Bachmayer, 1947 geboren, in Luzern aufgewachsen, gelernter ETH-Architekt, warvon den fr\u00fchen siebziger Jahren an eine bekannte Figur der Z\u00fcrcher Kunstszene. Er gelangte zu einer sehr pers\u00f6nlichen Variante der Pop Art, die bei ihm eher eine kleinst\u00e4dtische italienischmittelmeerische Atmosph\u00e4re als eine anglo-amerikanische Massen- und Metropolitankultur spiegelte. Anders gesagt: Aldo Bachmayer zeigte sich vor allem lebensfroh (Sonne, Palmen, Papagalli), w\u00e4hrend die amerika nischen Pop Art-K\u00fcnstler zur Kaltschn\u00e4uzigkeit und die Engl\u00e4nder zur Satire neigten. \"Popig\"war an Aldo Bachmayer, dass er die Welt in frechen Farben malte, fragmentiert, aus Versatzst\u00fccken, Stereotypen, Planschemata, Schlagw\u00f6rtern und Signalen zusammengesetzt. SolcheStandards der Zivilisation verband er mit \"klassischer\" Ornamentik und Musterung: mit Karos, W\u00fcrfeln, M\u00e4andern, Rosen girlanden. Etwas sp\u00e4ter drang in dieses Universum aufgedonnerter Clich\u00e9s eine eigenartig barocke Erotik; die Domina als Riesenweib, in hochhakigen Stiefeln und panzerartigen Korsetts. Aldo Bachmayer belegte zun\u00e4chst die malerisch bearbeitete Gestaltungsfl\u00e4che mit Collage Elementen, dr\u00e4ngte dann von der Bildfl\u00e4che weg, ins R\u00e4umliche, ins Relief. Er schuf eine f\u00fcr den Maler der Achtziger Jahre typische Spielform der Skulptur: keine Voliplas tik, aber flache, frei-stehende, knallig bemalte Figuren aus Karton, Holz, Blech. Solche Klappfiguren bildeten oft \u00fcberlebensgrosse Gruppen, zum Beispiel eine Jazzband f\u00fcr die Ueberbauung R\u00fctiwiese in Adliswil\/Z\u00fcrich (1983), eine \"Familie Schweizer' (1 987 f\u00fcr eine Wohnstrasse in Z\u00fcrich) oder - voll ausgereift - Wandreliefs in Schalterhalle und Sekretariat der UBS in Rorschach. 1984 zog Aldo Bachmayer aus der Stadt Z\u00fcrich in die kleine Gemeinde Balgach\/SG. Etwa gleich zeitig wandelte sich auch sein Stil. Er entdeckte jetzt eine poetische, mitunter rauschhafte Farbig keit. Man darf sagen, dass er sich \u00fcberhaupt von allen gerade in Mode stehenden Trends l\u00f6ste. Diese neu erworbene Freiheit bef\u00e4higte ihn, das \"Ulysses\"-Projekt\", und anschliessend,digital, \"Finnegans Wake\" anzugehen. <\/p>\n<p>Fritz Billeter<\/p>\n<p>zur Ausstellung bei Katja Spr\u00fcngli<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text\" id=\"panel-80-0-0-18\" data-index=\"18\"><h3 class=\"widget-title\">2001: Taggeschichten und n\u00e4chtliche Tr\u00e4ume<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>Aldo Bachmayers \u00abUlysses\u00bb und \u00abFinnegans Cyberwake\u00bb in der Galerie Schloss Arbon. W\u00e4hrend viereinhalb Jahren hat Aldo Bachmayer an seinem \u00abUlysses\u00bb-Zyklus gearbeitet; nun hat er sich auch mit dem zweiten Hauptwerk von James Joyce, \u00abFinnegans Wake\u00bb, auseinander gesetzt. Ausschnitte aus den umfangreichen Zyklen sind derzeit in der Galerie Schloss Arbon zu sehen.<\/p>\n<p>Zwischen 1993 und 1997 hat sich Aldo Bachmayer in 120 gleich grossen Tafeln von je 112 x 80 cm mit James Joyces \u00abUlysses\u00bb auseinander gesetzt, diesem \u00fcber 1000-seitigen Werk, in dem der Autor den Tagesablauf dreier Menschen in Dublin am 16. Juni 1904 schildert. Freilich nicht in gradliniger Erz\u00e4hlung, sondern in verschiedensten Erz\u00e4hltechniken, mit Vor- und R\u00fcckgriffen, in Monologen \u00fcber viele Seiten hinweg, mit Querbez\u00fcgen zu geschichtlichen Ereignissen und mythologischen Gestalten.<\/p>\n<p>Von Dada bis Pop Art<\/p>\n<p>Auch Bachmayer bedient sich in seinen Bildern verschiedenartigster Stilmittel. Er macht Anleihen bei Impressionisten und Expressionisten, bei K\u00fcnstlern des Kubismus, der Pop Art, des abstrakten oder des lyrischen Expressionismus, hat sich umgesehen bei Dadaisten und bei Marcel Duchamp. Auch technisch verwendet er, was sich anbietet, von Zeichnung und Malerei \u00fcber Frottage, Montage, Collage bis hin zum Relief mit gestalteten wie mit vorgefundenen Elementen. Auch Spiegelbild und Assemblage setzt er ein, greift hier auf dekorativ-ornamentale Formen und Muster zur\u00fcck, legt dort transparente Schichten \u00fcber das Motiv und r\u00fcckt es damit in eine unbestimmte Ferne, Geheimnis verschleiernd oder Heimliches verbergend. <\/p>\n<p>Freie Umsetzungen<\/p>\n<p>Bachmayer \u00fcbertr\u00e4gt das literarische Vorgehen des Schriftstellers in seine eigene Sprache des bildenden K\u00fcnstlers. In \u00e4hnlicher Weise verf\u00e4hrt er mit den Inhalten des Romans. Er folgt im ganzen Zyklus zwar dem Verlauf des Erz\u00e4hlens, so weit davon in diesem komplexen Werk \u00fcberhaupt gesprochen werden kann. Seine Bilder aber gehen weit \u00fcber das blosse Illustrieren In-nerer oder \u00e4usserer Ereignisse hinaus. Es sind eigenst\u00e4ndige Umsetzungen, \u00fcberlagert von andern Alltagswelten als denen in Dublin, durchwoben von Bez\u00fcgen, in denen sich der Maler vom Dichter entfernt und neue Relationen sichtbar macht. Da steht Banales neben Kunstvollem, vor-dergr\u00fcndig Direktes neben diskret Verh\u00fclltem. Hier werden ganze Geschichten angeboten, die weiterzuspinnen die Betrachter geradezu aufgefordert werden, dort wieder sind nur Fragmente vorhanden, zusammengeh\u00f6rige ebenso wie solche, die sich unm\u00f6glich zu einem sinnvollen Gan-zen zusammenf\u00fcgen lassen.<\/p>\n<p>Von \u00abWake\u00bb zu \u00abCyberwake\u00bb<\/p>\n<p>Von \u00abUlysses\u00bb zu \u00abFinnegans Wake\u00bb, von der Tag- zur Traumgeschichte, in der die Hauptperson Humphrey Chimpden Earwicker in einer Nacht die ganze Menschheitsgeschichte tr\u00e4umt, sich bald in diese, bald in jene historische Gestalt verwandelt. Auch hier nicht in gradlinigem Verlauf, sondern in Br\u00fcchen und \u00dcberschneidungen, in Schichten, die sich traumhaft \u00fcbereinander schieben, in st\u00e4ndigem Wechsel zwischen Realit\u00e4t und Irrealit\u00e4t. Die Sprache nimmt dieses Irrlichtern auf, ist nicht mehr eindeutig fassbar, ist zudem durchsetzt von W\u00f6rtern und S\u00e4tzen aus verschiedenen Sprachen. Ein bildnerisches Pendant zu dieser Vielschichtigkeit hat Aldo Bachmayer im Internet gefunden. Er tr\u00e4gt vorgefundenes Material aus verschiedensten Bereichen zusammen, schichtet Werbebanner und Bildausschnitte aller Art \u00fcbereinander, f\u00fcgt eigene Symbole ein - Hut, Schuh, Schl\u00fcssel, einzelne W\u00f6rter und Begriffe, die sich auch schon im \u00abUlysses\u00bb finden. Einzelne Motive wie Schmetterlinge aus mehreren Erdgegenden machen Weltumfassung ohne Umweg erfahrbar, handschriftliche Textzeilen laufen quer \u00fcber die Bildfl\u00e4chen hinweg, nur fragmentarisch lesbar, so, als tauchten sie aus Traumwelten auf und wieder dorthin ab. Im Gegensatz zu seinem \u00abUlysses\u00bb-Zyklus bietet Bachmayer - darin Joyce durchaus nahe - weder Geschichten noch Geschichtenfragmente an, sondern ausschliesslich Materialien und Informationen, dingliche und sprachliche, reale oder nur in der Cyberwelt angesiedelte. <\/p>\n<p>Ohne Fassbarkeit<\/p>\n<p>Erst in der Fixierung mit Plotter oder Drucker, wiederum auf Platten gleicher Gr\u00f6sse wie jene des \u00abUlysses\u00bb-Zyklus, erhalten sie eine feste, sich nicht mehr ver\u00e4ndernde Form. Doch selbst hier entziehen sie sich immer wieder der Fassbarkeit im Neben- und \u00dcbereinander von Elementen, die weder zeitlich noch \u00f6rtlich, weder ereignishaft noch dinglich sich in irgendeinen logisch begr\u00fcndbaren Zusammenhang bringen lassen.<\/p>\n<p>(Bis 23. Februar, Montag bis Freitag 10- 22 Uhr). <\/p>\n<p>Peter E. Schaufelberger<\/p>\n<p>Tagblatt. 29. Januar 2001, Arbon\/Romanshorn <\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><div class=\"so-panel widget widget_text panel-last-child\" id=\"panel-80-0-0-19\" data-index=\"19\"><h3 class=\"widget-title\">2004: Aldo Bachmayers Bilder leben weiter<\/h3>\t\t\t<div class=\"textwidget\"><p>Der Lebens- und Wirkungskreis eines grossen K\u00fcnstlers hat sich geschlossen: Gedenkausstellung in der \u00abStatthalle\u00bb Altst\u00e4tten<br \/>\nBEA SUTTER<\/p>\n<p>Eine besondere Ausstellung f\u00fcr einen ganz besonderen K\u00fcnstler findet derzeit in der \u00abStatthalle\u00bb Altst\u00e4tten statt. Aus der Ausstellung wurde eine Gedenkausstellung, denn Aldo Bachmayer konnte deren Er\u00f6ffnung nicht mehr erleben.<\/p>\n<p>Am vergangenen Samstag ist der weitherum im In- und Ausland bekannte Balgacher Maler und Plastiker im Alter von 57 Jahren gestorben - drei Tage vor der Er\u00f6ffnung seiner Ausstellung in der Statthalle in Altst\u00e4tten.<\/p>\n<p>Die geplante Ausstellung wird aber trotzdem durchgef\u00fchrt. Galerist Bernhard Tschan, der bis zuletzt in Kontakt mit Aldo Bachmayer gestanden hat, sagt: \u00abAldo Bachmayer hat die Vorbereitungen zur Ausstellung \u2039mitgelebt\u203a. Er ahnte, dass er die Ausstellung nicht mehr erleben w\u00fcrde und es eine Gedenkausstellung werden k\u00f6nnte.\u00bb<\/p>\n<p>Zur\u00fcck bleibt ein grosses Werk<br \/>\nAm Dienstagabend wurde in Erinnerung an den verstorbenen K\u00fcnstler die Gedenkausstellung im Beisein vieler Freunde von Aldo Bachmayer er\u00f6ffnet. Albert Ruetz, Beauftragter der Stadt Feldkirch f\u00fcr kulturelle Belange, w\u00fcrdigte das Schaffen des Verstorbenen. Die Ausstellung in der \u00abStatthalle\u00bb zeigt einen Querschnitt durch das Werk Aldo Bachmayers in den letzten 12 Jahren. Wenn man die Ausstellung betritt, so steht man unmittelbar vor einem grossen Gem\u00e4lde, das die Engadiner Bergwelt darstellt. Bernhard Tschan weiss von Aldo Bachmayer, dass er mit diesem Bild seinen eigenen Ursprung darstellen wollte. Aldo Bachmayer wurde in Samedan geboren und malte die Berge aus seiner Erinnerung heraus. Diese Urgewalt der Natur pr\u00e4gte ihn sowohl als Menschen als auch als K\u00fcnstler. Aldo Bachmayer war fasziniert von James Joyces Roman \u00abUlysses\u00bb. In den Neunzigerjahren arbeitete er an der Umsetzung des Romans in Bildern. Es entstand ein Zyklus von 120 Bildern. Nach einem umfassenden Werk und vielen Jahren Arbeit mit Palette, Pinsel und einer kaum ersch\u00f6pflichen Vielfalt von Materialien und Farben stieg der stets alles ausprobierende Maler und Plastiker in die Digitaltechnik ein.<\/p>\n<p>Die Kunst des Mitteilens<br \/>\nFaszinerend ist nicht nur das Betrachten des Bildes als Ganzes. Jedes Detail erz\u00e4hlt etwas. Das war typisch f\u00fcr Aldo Bachmayer. Seine Bilder teilen mit, erz\u00e4hlen, machen aufmerksam. Beim Betrachten seines Sp\u00e4twerks \u00abFinnegans Cyberwake\u00bb erkennt man wieder seinen Willen, den Menschen etwas mitteilen zu wollen. Die tragischen Ereignisse wie Krieg und Terror besch\u00e4ftigten Aldo Bachmayer sehr. Dies kommt in einer Reihe von Digitalbildern zum Ausdruck. Wer Bachmayers Werke kennt, merkt, dass die f\u00fcr ihn untypisch d\u00fcsteren Bilder zum Nachdenken aufr\u00fctteln wollen. Erstaunlich ist, dass der bereits sehr kranke K\u00fcnstler seine letzten Werke wieder in frohe Farben fasste. \u00abDas ist Audruck der Hoffnung\u00bb, sagt Bernhard Tschan. Die Bilder spiegeln die Lebensfreude, die Zeit seines Lebens ihm eigen war, wider. Auch wenn Aldo Bachmayer selber Abschied genommen hat von dieser Welt - seine Bilder leben weiter und erinnern an einen grossen K\u00fcnstler, der in den letzten 20 Jahren auch zum Rheintaler geworden ist.<\/p>\n<p>Die Ausstellung ist ge\u00f6ffnet am 28. M\u00e4rz, 4., 10., 12., 17. und 18. April von 11-18 Uhr.<\/p>\n<p>Tagblatt Online, 25. M\u00e4rz 2004, 00:30 Uhr<\/p>\n<\/div>\n\t\t<\/div><\/div><\/div><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1973: Ich sehe 167 mal mich selbst Die Bilder von Aldo Bachmayer sind naiv und magisch. Nicht Collagen &#8211; dieses Wort sagt wenig aus und t\u00e4uscht -sondern Schatzkammern. Ich will dies nicht erl\u00e4utern, man schaue sich die Werke aus Distanz und aus der N\u00e4he an. Ein nicht-naiver K\u00fcnstler ist keiner. 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